come hug me

Lisa Dreykluft

Lisa Dreykluft

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Ähnlich wie Anleitungen zur Meditation oder Achtsamkeit, die letztlich eine Optimierung der individuellen Produktivität unterstützen sollen, kann ASMR als Entspannungsmethode innerhalb neoliberaler Arbeitsstrukturen gelesen werden. Gleichzeitig bietet das Format aber auch eine Immersion in audiovisuelle Stimulation und in einen passiven Konsum, in dem viele „unproduktive“ Stunden scheinbar unbemerkt vergehen.

In der Online-Community arbeiten überwiegend weibliche ASMRtists, die als Dienstleister*innen innerhalb eines relativ neuen Arbeitsmarktes agieren, in dem mit tingles, Entspannung, Nähe und Zuwendung gehandelt wird.

In ihrer digitalen Residenz come hug me entwickelt die Medienkünstlerin Lisa Dreykluft auf der Suche nach einem möglichen Gegenentwurf eine fiktive ASMRtistin, die diese Beziehungsverhältnisse umkehrt und an Zuschauer*innen ihre eigenen Bedürfnisse adressiert: „I feel horrible today, can you come hug me?” Dreykluft fragt, wie ein ASMR aussehen könnte, in dem die negativen Gefühlen Platz finden, die es für gewöhnlich zu überwinden gilt.


Lisa Dreykluft studierte Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel und der Bath School of Art and Design, UK. Sie arbeitet vorwiegend mit Video und anderen digitalen Medien wie GIFs und forscht dabei zu verschiedenen Manifestationen von Nähe, Zuwendung, mental health und Fetisch in zeitgenössischer online Kultur. Ihre Arbeiten wurden bereits auf verschiedenen europäischen Filmfestivals wie Elles Tournent Brussels, Kasseler Dokfest, IFFF Dortmund – Köln und anderen gezeigt.

http://lisa-dreykluft.de/